Systemisches Coaching

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Coaching oder Therapie: Was ist für mich richtig?

Coaching, auch das sogenannte systemische Coaching, wendet sich nicht nur an einen anderen Kreis von Menschen als es die Therapie in ihren vielfältigen Darstellungsformen tut, sondern hat auch einen radikal anderen Gedanken- und Vorgehensansatz. Sehr vereinfacht und grob formuliert wenden sich alle Formen des Coachings an Gesunde und die Therapie an Menschen, die der Heilung bedürfen. Agora Coaching macht nun noch eine weitere Unterscheidung innerhalb der Formen des Coachings, da es sich explizit an Menschen wendet, die es sich erlauben zu erkennen, daß wir im Grunde alle verrückt sind, also mehr oder minder auch Sie und ich :-).

Für Agora Coaching gibt es kein Richtig oder Falsch, Gut oder Böse, Schön oder Hässlich; es gibt in diesem Gedankengefüge auch keine allgemeingültigen Wahrheiten. Was es gibt sind allgemeine, scheinbar bindende ‚Vereinbarungen‘, besser Vorgaben und einer Allgemeinheit auferlegte und von dieser oftmals ungefragt akzeptierte Verpflichtungen.

Alles und Jeder, also jeder Mensch, jede Sache, jeder Zustand, jeder Gedanke, jede Vorgehensweise, was auch immer ist nicht richtig oder falsch, gut oder böse, schön oder hässlich, dies sind aus der jeweiligen, individuellen Betrachtungsweise gemachte und erfahrene Wertungen, die uns helfen können, uns ‚zu Recht zu finden‘, uns zu orientieren. Die Frage dabei ist nur, an was wir uns orientieren, an dem, was uns vorgegeben und vorgelebt wird oder an dem was für uns – oftmals tief in uns vergraben/verschüttet – individuell richtig oder falsch ist – und wie unterscheiden wir das ?

Es gibt derzeit über 7 Milliarden – in Zahlen: 7.000.000.000 – Menschen auf der Welt; Sie und ich sind 2 davon; darüberhinaus gibt es also noch eine gewaltige Menge an uns grundverschiedenen Menschen, mit unterschiedlichen Ansichten, Erfahrungen, Gedankengängen, Hoffnungen, Wünschen, Sehnsüchten und Wahrnehmungen. Ein jeder von uns nimmt seine Welt unterschiedlich wahr.

Wenn 10 Menschen zur gleichen Zeit in dem gleichen Kino, den selben Film sehen und diese 10 Menschen sich anschließend gemeinsam in einem Lokal über das Gesehene, Empfundene – Wahrgenommene – unterhalten, für wie wahrscheinlich halten Sie es, daß eine elfte am Nebentisch sitzende und zuhörende Person denken könnte, die haben 10 verschiedene Filme gesehen?

Eine Zeitlang versuchte eine Werbekampagne uns glauben zu machen, es gäbe 37 Arten von Kopfschmerzen und genau eine Tablette als Hilfe gegen all diese – es gibt ja angeblich nur diese 37 – Arten. Dem widerspreche ich: Nein, es gibt nicht 37 Arten von Kopfschmerzen, es gibt über 7.000.000.000 Menschen auf der Welt und damit über 7.000.000.000 verschiedene Arten von Kopfschmerzen und somit über 7.000.000.000 verschiedene Arten einer jeweils richtigen Vorgehensweise.

Wir wachsen auf mit der immer wieder wiederholten und betonten Behauptung, es gäbe allgemeingültige Denkweisen, allgemein richtige Verhaltensweisen und allgemein richtige und uns bindende Normen und Gesetze. Nein, die gibt es nicht, diese sind alle nichts anderes als aus der Zeit und dem damaligen Interesse entstandende Versuche des Aufbaus und des Erhalts einer, wie auch immer gearteten zivilisierten Gesellschaft. Was für den Einen richtig ist, kann und ist oftmals für einen Anderen grundverkehrt. Wir aber leben, haben und sind ununterbrochen konfrontiert von zum Teil tief verinnerlichten Normen und Gesetze, an die wir uns ungefragt halten und zu halten haben – und wenn wir dies nicht tun, dann ist mit uns was verkehrt.

Von allen Seiten werden wir von frühester Kindheit, ja vom Moment unserer Geburt an bombadiert mit Vorgaben, wie es zu sein hat, was richtig ist und was falsch, wie wir uns zu verhalten und was wir zu lassen haben, was wir zu denken und zu fühlen und was wir glauben und nicht zu glauben haben. ‚Das ist Richtig‘ – Das ist Falsch‘ – ‚Gib das schöne Händchen‘ – ‚Sei brav‘ – ‚Ich meine es ja nur gut mit Dir‘ !

„Gott schütze mich vor den Menschen, die es gut mit mir meinen!“

Und wenn wir das nicht beherzigen, uns daran nicht richten – wir uns also in unserer Individualität und der inneren Kraft zu uns und den eigenen, vielleicht nur dumpf in uns spürenden Richtigkeiten nicht brechen lassen – dann muß uns geholfen werden – wozu gibt es Ritalin ?!

Jeder Mensch der rebelliert, der es sich erlaubt eine andere Sicht zu haben, der sich seine eigene individuelle Sicht trotz des immensen Druckes von Aussen nicht verbieten, wegdrücken lässt – der sich weigert, von dem was für ihn oder sie individuell richtig ist, zu verrücken, der sich also weigert verrückt zu werden oder zu sein – dem muss und kann in dem Sinne geholfen werden, einzusehen, daß nicht seine Sicht die Richtige ist, sondern die der Anderen und daß es für ihn oder sie doch besser sei, sich anzupassen, innere Wut zu befriedigen und dadurch ein vollständiges, anerkanntes und friedfertiges Mitglied der jeweiligen Gesellschaft zu werden – und alle sind glücklich. – Wirklich?

Uns wird nicht gelehrt, herauszufinden, was für uns richtig oder falsch ist, uns wird gelehrt, was wir für richtig und falsch zu halten haben; zuhause, im Kindergarten und in der Schule lernen wir viel, vor allem still zu sitzen, aufzupassen, zuzuhören und zu lernen – uns selber zu erforschen, das was für uns individuell wichtig, erstrebenswert und gut ist zu erkennen und mit all unseren zu unserer Verfügung stehenden inneren Kräften anzustreben, das lernen wir weniger – wie schon gefragt, wo kämen wir da hin? (siehe auch: unser Schulsystem).

Im Denken von Agora Coaching sind alle Menschen in diesem Sinne mehr oder minder verrückt ‚gemacht‘ ‚worden‘ – auch Sie und ich; verrückt von dem was für jeden Einzelnen von uns individuell richtig und falsch, gut und böse, schön und hässlich, etc ist zu dem wie wir uns oftmals verhalten, denken, äussern, bemerken und bewerten.

Wir können die Anderen nicht ändern, aber was wir ändern können ist, die Macht von uns verrückt machenden Meinungen und Vorgaben Anderer zu brechen und uns dem zuzuwenden, was individuell für uns jeweils richtig, anerkennens- und erstrebenswert ist: Die innere Freiheit.

– Die innere Freiheit das zu denken, was ich in meiner Individualität denke und nicht das zu denken, was ich denken soll.

– Die innere Freiheit das zu fühlen, was ich in meiner Individualität fühle und nicht das zu fühlen, was ich fühlen soil.

– Die innere Freiheit das zu hören, was ich in meiner Individualität höre und nicht auf das zu hören, was ich hören soll.

– die innere Freiheit, das zu sagen, was ich in meiner Individualität zu sagen für richtig erachte und nicht zu sagen, was ich sagen soll.

– Die innere Freiheit so zu handeln, wie ich das in meiner Individualität für richtig erachte und nicht so zu handeln, wie es von mir erwartet wird (siehe dazu: Erwartungen)

Coaching oder Therapie?

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