Erziehung – was tun wir unseren Kindern an ?

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Erziehung – was für ein Wort. Wir erziehen unsere Kinder und Erzieher – ja sogar staatlich geprüfte Erzieher – nennen wir die Berufsgruppe, die wir in unterschiedlichen Formen beauftragen unsere Kinder auf ihre Zukunft vorzubereiten. – Nur ein Name ohne weitere Bedeutung, oder doch eher einer im Sinne von Nomen est Omen ? Wohin genau ziehen wir unsere Kinder ?

Lehrer ist ein weiterer Name für eine, für das Lehren unserer Kinder ausgebildete Gruppe von Menschen. Lehrer. Was genau lehren wir unseren Kindern ? Meiner Erfahrung nach lehren wir ihnen vor allem anderen eines, das Verlernen der eigenen intuitiven Fähigkeit zum individuell richtigen Lernen.

Heute morgen beim Frühstück in einem großen spanischen Hotel beobachtete ich mit Freude wie 2 Kinder, das eine vielleicht 5 Jahre mit holländischen und eines vielleicht 3 Jahre mit deutschen Wurzeln, keines der „Sprache“ das anderen mächtig, miteinander fröhlich und friedlich kommunizierten, sich und die Welt erkundigten und einzig gestört wurden durch das Bemühen der jeweiligen Eltern, nicht zu laut zu werden – das heißt sich nicht „zu laut“ (was immer das bedeutet) zu äussern, aufzufallen, die Ruhe zu stören. Irgendwann wurden die Kinder zu übermütig – ich weiß gar nicht, wie man zu viel Mut haben kann – und getrennt, der Spaß war vorbei, die Kinder wieder brav, die Eltern erleichtert und alles hatte seinen Frieden – wie schade !

„Werdet so wie die Kinder“, ist ein, einem weisen Manne zugeschriebener Ausspruch und ich kann diesen nicht genug zustimmen. Wir Erwachsenen wissen immer so genau, was richtig ist und wie etwas zu geschehen, zu sein hat. Wir halten uns für klüger als die Kinder, als das Ursprüngliche, als das was uns gegeben worden ist. Flüsse müssen begradigt werden, bis wir merken, wie dumm und überheblich es von uns war, in den Lauf der Natur einzugreifen – und schon sind wir dabei diese zu „renaturralisieren“ – was für ein entsetzliches Wort ! Kindern „muss“ beigebracht werden, sich in die Gesellschaft einzufügen, aufzupassen, sich einzugliedern, sich einzupassen, nicht unangenehm aufzufallen – damit sie im Leben zu was kommen. Ja, ich glaube auch, daß auf diesem Wege unsere Kinder zu was kommen – nur zu was ?!

Jeden Tag verschütten wir in einem gewaltigen Maße das individuelle Wissen unserer Kinder unter einem Berg von Regeln und Normen, Vorschriften, Ansichten und Gesetzen. Je angepasster, desto lieber ist ein Kind und je ruhiger, desto mehr wird es gelobt, wie lieb es sei. Verrückt. Wir ver-rücken unsere Kinder von dem was individuell richtig für sie wäre, wir nehmen ihnen die intuitive Fähigkeit auf ihre Weise die Welt friedlich und im Einklang mit sich und der Umwelt zu erkunden, wir ver-rücken sie von der Fähigkeit das zu lernen was für sie richtig und wichtig ist und wundern uns über die Zunahme an um sich greifenden Allergien und depressiven Stimmungen. Gibt es da einen Zusammenhang ? – Ich denke ja, den gibt es.

Was muss passieren, daß wir anstatt unsere Kinder dorthin zu ziehen, wo wir denken, daß es für sie richtig ist von ihnen, ihrer Offenheit, Neugierde und Unvoreingenommenheit lernen und die Menschen, die sich um das Wohl unserer Kinder bemühen – was wir alle sein sollten – Förderer, Unterstützer, Lernende – von den Kindern Lernende – nennen ?

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