Herausforderungen einer barrierefreien Kommunikation

Was hören wir, wenn wir etwas hören ?

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Vieles wird unseren Kindern in den Schulen beigebracht, bedauerlicherweise aber nicht immer die Dinge, die für sie und ihr weiteres Leben von wirklich entscheidender Bedeutung wären, wie zum Beispiel Kommunikation: Wie reden wir miteinander und vor allem wie reden wir mit uns selber – und was hören wir, wenn wir uns und den Anderen zuhören ?

Ein Beispiel unter Unzähligen ist das Wort Warum und dessen Verwendung. Was ist so schlimm an diesem Wort? Ich habe es komplett aus meinem Sprachgebrauch gestrichen und übersetze es mittlerweile automatisch, wenn jemand Anderes dieses Wort in meiner Gegenwart gebraucht. Eine Frage, die mit Warum eingeleitet wird bekommt sicherlich eine Antwort – ich befürchte aber eine Antwort auf eine andere, nicht bewußt gestellte und oft auch nicht gemeinte Frage. Ich bitte Sie, mit mir zusammen auf eine Entdeckungsreise zu gehen und zu Beginn werden die Unterschiede gar nicht so groß sein; zumindest waren diese es nicht für mich; mittlerweile aber liegt ein Unterschied der Größe des Grand Canyon dazwischen:

Nehmen wir bitte mal an; ich treffe Sie auf der Straße und Sie haben einen roten Pullover an und ich frage Sie; „Warum haben Sie einen roten Pullover an?“ Lassen Sie diese Frage bitte eine Weile auf sich wirken und dann stellen Sie sich vor, ich treffe Sie, wie vorhin auch auf der Straße und ich frage Sie: „Was ist der Grund, daß Sie einen roten Pullover anhaben?“

Kein Unterschied ? Sicher ? – Wie ich schon schrieb, zu Beginn mag der Unterschied marginal sein, in der Wirkung ist er dies aber nicht. Warum hat immer etwas inquisitatorisch Befragendes, negativ Kritisches; erzeugt beim Befragten ein Gefühl des Erklären müssens, des Zwangs zur Rechtfertigung. Die Frage nach dem Grund ist genau das, eine interessierte Frage nach dem Grund.

Sie mögen einwenden, daß ist doch genau das was ich meine, wenn ich mit warum frage und was bringt es jedes Wort auf die Goldwaage zu legen? – Eine Menge! Wir leben in einer Welt mit einer weitverbreiteten Kommunikationsstruktur der Doppelbotschaften. Wir sagen das eine und meinen das andere. Unser System hört aber nur, was wir sagen und nicht das, was wir meinen. Bei der Frage nach dem Warum entsteht bei dem Befragten ein mehr oder minder leichtes Gefühl des Unwohlseins, des in in seinem Handeln, Tun und Denken in Frage gestellt seins. Bei der Frage nach dem Grund, hat das Gefühl des Ernstgenommenseins und des an mir Interesse Habens eine weitaus größere Möglichkeit sich zu entwickeln. – Sollten Sie mir nicht glauben und das für Haarspalterei empfinden – probieren Sie es aus und Sie werden überrascht sein, welch unterschiedliche Antworten und Reaktionen Sie erhalten werden. – Die Antwort mag im Wortlaut die Gleiche sein, zum Beispiel: „Weil er mir gefällt“, der Tonfall und das Ihnen erwiderte Gefühl wird aber mit Sicherheit ein anderes sein.

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